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Donnerstag, 09. Jun 2011

The World together as One

130 Länder. 13 Schulen. Ein Bericht aus dem United World College - USA. Ein Bericht von Paul Cichocki.

 

“Das Beeindruckende an den United World Colleges ist, dass sie die ganze Welt über die Grenze von Ethnie, Geschichte, Reichtum, Religion, wirtschaftlichem Status und politischer Überzeugung erfassen: Sie sind einzigartig und sie sind sich ihrer Verantwortung bewusst.” (Nelson Mandela, UWC Ehrenpräsident)

 

Auf den dreizehn United World Colleges (UWC) kommen Schüler im Alter von 16-19 Jahren aus über 130 Nationen zusammen. Sie gehen zusammen zur Schule, lernen voneinander, und nehmen an diversen außerschulischen Aktivitäten teil. In dem zweijährigen Programm bereiten sich die Schüler auf das International Baccalaureate (I.B.) vor, ein internationaler Schulabschluss vergleichbar mit der Matura. An den Schulen gibt es sehr kleine Klassen, was ein sehr gutes Unterrichtsklima schafft. Die Schüler haben die Möglichkeit sechs Kurse auszuwählen. Alle UWCs bieten das IB auf Englisch an. An jedem UWC gibt es eine große Vielfalt an außerschulischen Aktivitäten sowie Clubs und Möglichkeiten für Freiwilligenarbeit. Teil- und Vollstipendien werden an Schüler vergeben, die im  Bewerbungsprozess des UWC Netzwerks Österreich überzeugt haben.

“UWC macht Bildung zu einer Kraft, die Menschen, Nationen und Kulturen im Streben nach Frieden und einer nachhaltigen Zukunft verbindet.” (Das UWC Mission Statement)

Das erste United World College wurde 1962 in Wales auf Initiative des deutschen Pädagogen Kurt Hahn (Gründer der deutschen Internatsschule Schloss Salem und des schottischen Internats Gordonstoun) und Lord Mountbatten in Wales gegründet. Mittlerweile gibt es Schulen auf der ganzen Welt: in Bosnien-Herzegowina, Costa Rica, Holland, Hong Kong, Indien, Italien, Kanada, Norwegen, Singapur, Swasiland, USA, Venezuela und Wales. 130 Österreicher haben bisher ein UWC besucht, mehr als 30.000 Absolventen gibt es weltweit. Die Vereinigung der österreichischen UWC Alumni engagiert sich zusammen mit Dr. Franz Fischler für die Schulen. Königin Noor von Jordanien und Nelson Mandela sind Ehrenpräsidenten der UWC Bewegung, Thor Heyerdahl und Sir Richard Attenborough sind als Schirmherren der Schulen international aktiv.

 

Ein Tag in meinem Leben am United World College - USA. In unserem Zimmer sind Laish von den Bahamas, Unoziba aus Zimbabwe, und Paul aus Österreich. Heute ist Freitag und meine erste Stunde ist Mathematik. Der Schulweg ist ungefähr 50 Meter, denn unser Wohnhaus ist direkt neben dem Mathematik Gebäude. Der Unterricht ist in vielen Aspekten anders als in Österreich, so zum Beispiel sitzt ein Amerikaner links und eine Chinesin rechts neben mir. In der nächsten Stunde habe ich Spanisch mit einer Lehrerin, die aus Kolumbien kommt, und sechs anderen Schülern. Darauf folgt eine Freistunde. Beim Spazieren über den Campus sehe ich manche Leute beim Fußballspielen, manche schlafen, manche sind intensiv bei ihrer Hausübung und lernen. Mein Weg führt mich in das Schloss, das Montezuma Castle und Hauptgebäude des Campus, wo wir Economics (Wirtschaft) haben. Wir werden informiert, dass das Durchschnittseinkommen einer europäischen Kuh 2,20 Dollar ist, wodurch sie in der reicheren Hälfte der Weltbevölkerung liegt. Daraufhin folgt Biologie Unterricht. Der Biologielehrer ist auch mein Advisor, eine Ansprechperson in akademischen Fragen. Zu Mittag dann gibt es in der Cafeteria eine hitzige Debatte über amerikanische Umweltpolitik. Zur allgemeinen Entspannung zeigt eine Costa Ricanerin uns neue Varianten, wie man eine Banane öffnen kann. Am Nachmittag fährt die Französischlehrerin eine kleine Gruppe von Schülern in das örtliche Medical Center, wo wir Zeit mit geistig eingeschränkten Erwachsenen verbringen. Wir spielen Karten, reden und haben Spaß. Für die Bewohner des Zentrums wie für uns ist es eine angenehme Abwechslung im Alltag, und sehr bereichernd. Abends haben wir eine Veranstaltung zu aktuellen Weltthemen, “Global Issues”. Jede Woche kommt ein Gast aus dem Umweltsektor, aus der Wirtschaft, Künstler oder Fotografen. Morgen heißt’s früh aufstehen, da wir eine zweitägige Wanderung mit Übernachtung in den Rocky Mountains vor uns haben. Wer will, wird hier in einem “Wilderness Leadership Training” ausgebildet. Eine andere Gruppe wird dieses Wochenende an Workshops über “Constructive Engagment of Conflict”  (im Wesentlichen Streitschlichten) teilnehmen.  Doch das sind nur zwei von unendlichen Optionen, sein Wochenende hier zu verbringen.

 

Hast du Lust bekommen, auch auf ein United World College zu gehen? Schau doch mal auf www.uwc.ac.at, das ist die Homepage des österreichischen Komitees oder auf www.uwc.org, Homepage der Vereinigung aller United World Colleges. Bewerben auf ein UWC kannst du dich in der sechsten und siebten Klasse. Zunächst gibt es eine schriftliche Bewerbung, dann Gespräche mit dem Auswahlkomitee. Weitere Informationen über den genauen Ablauf und die Bewerbungsunterlagen findest du auf www.uwc.ac.at. Das Gymnasium Purkersdorf gibt eine wertvolle Basis, um am UWC gut zu bestehen. Und die meisten Leute, die auf UWCs sind, haben sich einfach mal beworben und waren letztendlich überrascht, angenommen worden zu sein. Bei Interesse an den United World Colleges kann ich dir eine Bewerbung sehr empfehlen. www.uwc.ac.at