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Dienstag, 08. Nov 2011

Ein Garten der Sinne für das Sozialzentrum Purkersdorf

Die Klasse 7C des Gymnasiums Purkersdorf startet Anfang Mai 2011 mit ihrem Bipa Schulprojekt. Es ging darum für unsere älteren Mitbürger im gegenüberliegenden Seniorenzentrum einen Garten der Sinne zu errichten. Für dieses Projekt stand uns eine in etwa 300m² große Wiese im Garten des SeneCura’s zur Verfügung, die bis dahin bloß von Vögeln genutzt wurde.

Hier sollten die verschiedensten Elemente gebaut und montiert werden, die sowohl das Fühlen,  Hören,  Sehen, Riechen als auch den Geschmackssinn  ankurbeln. Optik,- und Hörelemente, ein Hochbeet, eine Kräuterschnecke, ein Barfußweg und viele andere Stationen waren dafür vorgesehen und durch einen gepflasterten, rollstuhlgeeigneten Weg verbunden sein. Nachdem wir bereits einen ersten Entwurf von zwei unserer Professoren bekommen hatten, ging es nun ans Ausmessen.

 

Als wir einen genauen Plan des Grundstückes auftreiben und die Maße eintragen konnten, glichen wir unsere Ideen noch einmal mit einem Profi ab. Der Chef der  Firma Braunias half uns die Wege und die Platzierung der Elemente zu planen, organisierte und lieferte die Materialien. Wenige Wochen später fing auch schon die Arbeit an. Als erstes wurden Hochbeet und Kräuterschnecke aufgebaut, wobei wir tatkräftige Unterstützung der Schüler aus der Nachmittagsbetreuung bekamen. Mit vereinten Kräften wurden nun Holzbretter gestrichen, Äste geschnitten, Humus geschaufelt und Metall verbogen. Das hölzerne Hochbeet wurde dann auch gleich  mit Tomaten, Zucchini, Gurken und anderem Gemüse bepflanzt, während man bei der Kräuterschnecke noch mit der Bauanleitung kämpfte. Aber auch das haben wir schlussendlich gemeistert und haben sie mit Steinen und Erde befüllt, bevor Zitronenmelisse, Basilikum und Co. dann endlich ihren Duft verbreiten konnten.

 

Nur wenig später, nämlich in der vorletzten Schulwoche, starteten wir dann richtig durch. Fünf  ganze Tage lang arbeitet wir fleißig  von Früh bis Spät bei heißen Sommertemperaturen. Leider erwies sich allerdings die Umsetzung der Wege als weitaus schwieriger als gedacht, da wir mit einigen großen, fest verwurzelten Bäumen, und harter, mit Steinen versehener Erde zu kämpfen hatten. Also waren härtere Geschütze als Schaufel und Scheibtruhe gefragt. Gesagt, getan. Nachdem wir einen Zugang von der Straße zum Garten geschafft hatten, kam auch schon ein kleiner Bagger und fing an die markierten Wege auszugraben. Währenddessen legten wir an dem bereits vorhandenen Rosenbeet Hand an, das leider verlegt werden musste, um Platz für die Duftbögen zu schaffen. Als dann alle unerwünschten Büsche und Pflanzen ihren neuen, vorläufigen Platz am Rande des Gartens gefunden hatten, bekamen wir die erste große Materialladung. Ein LKW füllte die Feuerwehrzufahrt des Seniorenheims mit golfballgroßen Steinen, die scheibtruhenweise in die ausgehobenen Mulden für die Wege gekippt wurden. Nun hieß es Schaufeln, Schaufeln und noch mehr Schaufeln. 
Auch wenn der bevorstehende Haufen zu Anfang sehr groß erschien, schafften wir es doch ihn in relativ kurzer Zeit wieder zu beseitigen. Nachdem die erste Schicht verteilt wurde, kam auch schon die Nächste angerollt. Nun schaufelten wir das eigentliche Untergrundmaterial für die späteren Pflastersteine. Zwei Mitarbeiter der Baufirma übernahmen anschließend das Setzen der Randsteine. Nach kurzer Einweisung durften dann auch wir mit dem Verlegen des Weges weitermachen.
Währenddessen machte sich die Profis an einem kleinen Teich mit Bachlauf und Wasserfall zu schaffen, der letztendlich auch von der Firma Braunias gesponsert wurde. Das ebenfalls von einer Schülerin gespendete Becken wurde gereinigt und eingegraben, der Bachlauf ausgehoben, viele Steine platziert und im Herbst dann auch diverse Gräser gepflanzt und ein Quellstein angebracht.  Zwei erfolgreiche Arbeitstage später, bei denen wir von den Schülern der jetzigen 8.Klassen unterstützt wurden, konnten sich die Bewohner des Sozialzentrums bereits über fertige Wege freuen und machten die ersten Schnupperrunden. In den Sommerferien wurde das SeneCura dann auch noch mit zwei gewonnen, pädagogischen Elementen der Firma Obra überrascht, die ebenfalls in den Garten integriert wurden. Die Drehscheibe mit einer optischen Täuschung bildete zusammen mit anderen ähnlichen Elementen die wir im Rahmen des Darstellenden Geometrieunterrichts angefertigt haben, das Thema Sehen auf unserer Sinnesreise. Parallel dazu fertigten wir, ebenfalls am Anfang des neuen Schuljahres, die Klangelemente an. Bohren, sägen, hämmern, auffädeln…  im Werksaal legten wir uns dafür ordentlich ins Zeug. Ebenso stellten wir im Herbst die selbstgemachten Rosenbögen auf und pflanzten die duftenden Kletterrosen, die ab dem nächsten Jahr den Garten noch mehr Charme verleihen werden. Nachdem auch das geschafft war, ging es nun an die Feinarbeit. Damit Senioren, Besucher und Co. auch bei dem Thema Schmecken nicht zu kurz kommen, pflanzten wir noch Himbeer,- und Brombeerbüsche. Nachdem dann auch der letzte Schliff an Bachlauf und Teich getan war, und die restlichen Sinneselemente aufgestellt wurden war es endlich so weit. Der Sinnesgarten war fertig!

 

Um dem Projekt auch noch die entsprechende Aufmerksamkeit zu schenken, veranstaltete das Sozialzentrum SeneCura am 11.Oktober einen feierliche Eröffnung, bei der natürlich auch Bürgermeister Karl Schlögl, die Direktorin des Zentrums Frau Christine Wondrak-Dreitler, die Direktorin des Gymnasiums Irene Ille und viele andere nicht fehlen durften. Nach einer kurzen Ansprache und der Segnung des Gartens durch Kaplan Dimitry, durften wir uns dann auf ein paar Runden mit den bereitgestellten Segways freuen.

 

Sandra Dibl 7C

 

Video zum Garten der Sinne.