Bildnerische Erziehung/Biologie, 24. und 25. März 2006, 6B mit Prof. Huf und Prof. Hamböck
Der Inhalt des Programms war die Besichtigung der Villa Tugendhat und ein Besuch des Gregor Mendel Museums im Augustinerkloster. Weiters planten wir eine Besichtigung von Bauwerken Funktionalistischer Architektur (Adolf Loos, Bohuslav Fuchs) und der Kapuzinergruft.
Brünn, ein anerkanntes Zentrum der mitteleuropäischen modernen Architektur, schrieb sich an der Wende der 20er und 30er Jahre der 20. Jahrhunderts endgültig auch in die weltweite Architekturgeschichte ein. In den Jahren 1929-1930 wurde in der Straße Cernopolni eine Villa erbaut, die in die Architektur-Lehrbücher als Haus Tugendhat Eingang fand. Das Ehepaar Grete und Fritz Tugendhat ließ sich nach dem Entwurf des deutschen Architekten Ludwig Mies van der Rohe (1886-1969) eine Villa erbauen. Grete Weiss-Löw Beer und Fritz Tugendhat lernten Ludwig Mies van der Rohe 1927 in Berlin kennen. Im September des nachfolgenden Jahres kam Ludwig Mies van der Rohe nach Brünn, um das in einem ruhigen Villenviertel gelegene Grundstück mit seinem herrlichen Ausblick auf den historischen Stadtkern Brünns zu besichtigen. Am letzten Tag des Jahres 1928 legte er dem Ehepaar die ersten Entwürfe vor und fast genau zwei Jahre danach wurde das Haus fertiggestellt. Ende der 1930er Jahre mussten die Tugendhats aus Tschechien vor den Nationalsozialisten flüchten.
Das mit Abstand berühmteste moderne Gebäude der Stadt Brünn entstand zeitgleich mit Mies' Barcelona-Pavillon. Das Haus gilt als einer der Höhepunkte in Mies van der Rohes Schaffen und als einer der wichtigsten Bauten der europäischen Moderne. und reiht sich an Bedeutung neben die bedeutendsten Bauten Le Corbusiers mit der „Villa Savoye“ und Frank Lloyd Wrights „Haus Robie“ ein.